Die Selige Anna Schäffer


Anna Schäffer wurde am 7. März 99 in Rom selig gesprochen.

 

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein paar Gebetserhörungen auf die Fürbitte der Anna Schäffer ( 18.02.1882 - 05.10.1925) gemeldet werden. Obwohl sie von ihrem 18. Lebensjahr an bis zu ihrem Tod keinen Augenblick ohne Schmerzen war, hat Anna Schäffer auf ihre Mitmenschen eine außerordentliche Anziehungkraft ausgeübt. Dies lag aber nicht im Leiden an sich, sondern in der Tapferkeit, mit der sie ihr Leiden getragen hat und in der Liebe, die ihr Leiden verklärte. Das Leben der Dienerin Gottes Anna Schäffer hat vielen Menschen unserer Zeit die Wahrheit wieder lebendig vor Augen gestellt, daß sich das Leid mit Freude verbinden kann. Anna Schäffer war wirklich ein Opfer- und Leidensseele, im wahrsten Sinne des Wortes. Schon als Kind bekam sie die drückende Armut zu spüren. Am Tag ihrer ersten heiligen Kommunion, im Alter von elf Jahren, faßte sie einen Vorsatz:

 

"O lieber Jesus, heute bei meiner ersten heiligen Kommunion weihe und opfere ich dir mein Herz und meine Seele. Verlaß mich nicht, o Du lieber Jesus, auf dieser Pilgerfahrt und mache mit mir was du willst. Ich will dir Sühne leisten, und wenn du willst, mein Jesus, laß mich ein Sühneopfer werden für alle Unehre und Beleidigungen, welche wider Dich begangen werden."

 

Wie stark Annas Opferwille war, das zeigte sich, als die im Alter von 18 Jahren in einen Kessel voll kochender Lauge fiel und damit für sie ein furchtbar schmerzvolles Leiden begann, das bis zu ihrem Tod dauerte. Mit diesem Unfall begann aber auch ein bedeutsamer Reifungsprozeß in ihrem Leben. Sie wuchs heran zu einer Büßerin aus der Kraft des Kreuzes zum Segen und zur Hilfe für Tausende von Menschen. Anna Schäffer hat begriffen, daß ihr unglückseliger Sturz in die kochende Lauge nicht ein tragischer Unglücksfall, sondern ein Ruf des gekreuzigten Herrn war. Sie betrachtete das Leiden als einen Liebeserweis Gottes. Aus der Liebe zu Jesus entsprang ihr großer Opfergeist und ihre Leidenskraft. Anna Schäffer sah das Leiden als ihren Beruf an. Am 24. 11. 1919 gesteht sie: "Ich bin ja nicht ein Viertelstündchen ohne Leiden." Ihre Mutter sagte einmal, daß sie im Leiden gar nicht genug bekommen konnte. Am 4. 10. 1910 (Franziskusfest) erhielt sie die fünf Wundmale Jesu, die auf ihre Bitte hin alle unsichtbar wurden. Diesen Empfang der Wundmale beschrieb sie wie folgt: "Bei der heiligen Kommunion sah ich von der heiligen Hostie fünf Feuerstrahlen ausgehen, die wie ein Blitz in mein Herz fuhren. Als ich die heilige Kommunion empfangen hatte, spürte ich im Innern eine solche Feuersglut, daß ich glaubte, ich müßte verbrennen!" Am 5. 10. 1925 vollendete sie ihr Opfer. Ihr Leib ruht im rechten Seitenschiff der Pfarrkirche von Mindelstetten (Diözese Regensburg).

 

Anna Schäffer schilderte in ihrem "Traumheft" Erlebnisse und Schauungen, die sie hatte und die sie schlicht Träume nannte. Diese waren für sie in ihrem großen Leiden eine willkommende Tröstung. In diesen sogenannten Träumen begegneten ihr u.a. Jesus, Maria, Josef und Engel.

 

Ein Beispiel: Am Aschermittwoch 1920 träumte sie, daß sie schwer krank sei und im Traume sehr vieles für die Sünder litt. Als sie ganz gebadet im Dornengestrüpp der Leiden war, kam eine wunderschöne, weiß gekleidete Dame zu ihr herein mit einem großen Korb voll Rosen und Knospen. Die Dame schüttete den ganzen Korb voll Rosen über Anna und das ganze Bett aus und sagte : "Alle Leiden werden erblühen in Rosen!" Und während sie dies sagte, richteten sich alle Rosen und Knospen auf und wuchsen so schnell und blühen wunderbar und ein feiner Rosenduft verbreitete sich.

 

Der frühere Regensburger Bischof Dr. Rudolf Grabner erblickte im Leben und Leiden der Anna Schäfer einen Mahnruf Gottes, unser Leid und das der Welt mit dem Gekreuzigten zu verbinden und so unendlichen Segen auf uns herabzurufen und damit viele Probleme zu lösen, die nur durch das Kreuz gelöst werden.

 

 


(c)Pilgerreisen Peter Koros


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