Leopold Mandic, der Heilige der Versöhnung,

wurde in der Bucht von Kotor in Dalmatien, der heutigen Herzegowina am 12. Mai 1866 in Castelnovo geboren. Castelnovo gehörte früher zur Türkei, dann zu Venedig, später zu Österreich und anschließend zu Jugoslawien.

 

Er hatte 11 Geschwister und die Familie war eher ärmlich, obwohl sie in einem großen Haus ihrer wohlhabenden Vorfahren lebten. Zu Hause umgab ihn viel Herzensgüte, was sein ganzes späteres Leben prägte. Als Kind spielte er mit Freunden am Strand um Kupfermünzen. Einem Freund der beim Spiel all seine Kupfermünzen verlor und dabei ein böses Schimpfwort gebrauchte, gab er alle seine Münzen und sagte: die gehören dir, wenn du keine Schimpfwörter mehr gebrauchst.

 

Zart und schmächtig war er schon seit seiner Geburt. Er wurde auf den Namen Bogdan (d.h.Gottesgabe) getauft. Von klein an liebte er Gott über alles und alle liebte er im Namen Gottes. Bald trat er in das Seminar des Kapuzinerordens ein und 1884 zog er sich ins Kloster von Bassano del Grappa zurück, wo er sein Noviziat machte. Bogdan hieß von da an Bruder Leopold. Nach dem Noviziat widmete er sich voll Eifer dem Studium und am 20. Sept.1890 wurde er in Venedig zum Priester geweiht. Nun hatte er die Macht Sünden zu vergeben und den Menschen vom größten Unrecht zu befreien, daß er sich selbst antun kann: Nämlich sich von Gott zu entfernen und dabei Gefahr zu laufen für ewig von ihm getrennt zu bleiben. Deshalb schien es ihm gering, sich als Ordensbruder und Priester an so schwerwiegende Pflichten gebunden zu haben.

 

Nachdem Pater Leopold einige Jahre in Venedig gelebt hatte, wurde er in verschiedene Klöster geschickt u.a. über Zara nach Bassano del Grappa, Capodistria und Thiene. Die Freundschaft zu Gott war ihm am wichtigsten und daß die Menschen durch die Beichte zur Gnade Gottes und wieder zu einer Freundschaft mit Gott gelangen. Seine Beichtkinder sahen in ihm eher einen Freund als einen Richter. Sie bedauerten, wenn er von ihnen weggehen mußte und schrieben ihm noch nach Jahren, wenn sie ihn nicht besuchen konnten. Er antwortete allen, selbst wenn er wegen seiner vielen Arbeit seinen Schlaf opfern mußte.

 

Am 20. Juni 1912 wohnte Pater Leopold der Weihe einer Statue der unbefleckten Jungfrau Maria auf dem Altar in der Kirche seines Klosters in Padua bei. Diese Statue stand dann in der Nähe des Beichtstuhles und oft besuchte er die Himmelsmutter und empfahl ihr seine Beichtfreunde und an diesem Altar las er die Messe so innig, daß er dabei manchmal weinen mußte.

 

Er wandte sich oft an das Allerheiligste und an die Muttergottes. So wichtig ihm die Freunde auf dieser Welt waren, umso wichtiger und tröstlicher waren ihm die Freunde im Himmel. So fühlte er sich beispielsweise dem Hl. Franziskus , der Hl. Jungfrau Maria und ganz besonders Gott Vater verbunden. Für ihn war er zu allem bereit; "wenn er es will, ist es schon richtig so!"; sagte er. Richtig waren für ihn auch die inneren und äußeren Qualen und das Kreuz das er zu tragen hatte. Es war ihm die Mühe wert, Gott so viele Freunde zuzuführen, wie er Beichtkinder hatte - so viele wie möglich. Seine Beichtzelle konnte noch so armselig sein, aber das Bild der Muttergottes schmückte er stets mit ein paar Blumen. Er betete unermüdlich zu ihr und legte seine eigenen schwierigsten Probleme sowie die seiner "Beichtfreunde" in ihre Hände. Er schrieb ihr sogar kleine Briefe. Wüßte man nicht, daß sie von einem Heiligen stammten, so könnte man sie für die eines Kindes halten, so unschuldig und treuherzig waren sie.

 

Sein Wunsch war es, eines Tages als Missionar in seiner Heimat zu wirken, in der es in der Vergangenheit starke religiöse Konflikte gab. Doch weil er so schwächlich war, konnte man ihm das harte Missionarsleben nicht zumuten, was ihm evtl. sein Leben verkürzt hätte. So ging dieser Traum nicht in Erfüllung. Er wurde Missionar auf seine Art. Er betete viel für das Seelenheil seiner Landsleute und opferte für sie Hl. Messen. 1909 kam er nach Padua.

 

Zu Ihm kamen Menschen aus allen sozialen Schichten, gute Seelen und solche mit schwerer Schuld. Er fand für alle die richtigen Worte, war mild und verständnisvoll, wenn nötig sagte er auch klare Worte. Seine Beichtfreunde bedeuteten ihm mehr als seine Gesundheit. Am Tag vor seinem Tode nahm er noch 50 Menschen die Beichte ab. Wenn sich einer seiner Beichtkinder auf den Beichtsockel setzte, anstatt zu knien, hörte er stellvertretend für den Beichtenden die Beichte kniend.

 

Seine Liebenswürdigkeit umgab ihn während des ganzen Gespräches. Oft sagte er: Kommen sie wieder, kommen sie nur wieder, wir werden gute Freunde sein. Dann verabschiedete er sich mit den Worten:

 

"Danke, vielen, vielen Dank".

 

Leopold Mandic starb am 30. Juli 1942. Er starb mit den Worten des "Salve Regina" auf den Lippen. Beim Bombenangriff am 14. Mai 1944 blieb unter den Trümmern des Klosters seine Beichtzelle unversehrt.

 

Leopold M. war ein Anhänger der Madonna der Armen. Bekam er etwas geschenkt, gab er es an Arme und Kranke weiter. Der Hl. Leopold wird in geistigen und materiellen Nöten angerufen. Die "goldene Hand" des Hl. Leopold, die sich ein halbes Jahrhundert zum Segnen und Vergeben erhoben hat, befindet sich als kostbare Reliquie unversehrt im Kloster in Padua.. Am 2.Mai 1976 wurde Leopold M. von Papst Paul VI seliggesprochen und am 16. Okt. von Johannes Paul II heilig gesprochen.

 

Zu den Betrübten sagte er: "Glauben, habt Glauben, Gott ist Arzt und Medizin." Er konnte es nicht begreifen und wunderte sich alle Augenblicke, wie Menschen das Heil ihrer Seele aus geringfügigen Gründen auf `s Spiel setzen können.

 

Der Hl. Leopold hat schon oft geholfen, wenn Streitigkeiten zwischen Menschen bestanden. Er ist ein großer Helfer, wenn man ihn anruft oder eine Hl. Messe zu seiner Ehre feiern läßt. Ein Freund von uns beklagte sich, daß seine ganze Familie seit einiger Zeit zerstritten sei und er wollte sich um Versöhnung bemühen. Ich gab ihm den Rat, den Hl. Leopold M. als Helfer anzurufen. Am nächsten Tag erzählte er mir, er habe sich sofort nach unserem Gespräch hingesetzt und gebetet. Zwei Stunden später kam er in sein Elternhaus und seine Mutter kam ihm freudig entgegen gelaufen und sagte: "Stell dir vor, welche große Gnade heute über unser Haus gekommen ist. Sie berichtete davon, daß eine der streitenden Familienmitglieder gekommen sei und die anderen umarmt hätte und alle waren versöhnt. Für eine gute Beichte sollte man ihn ebenfalls anrufen.

 

 


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