Geben

Ein altes Sprichwort besagt schon:

 

"Geben ist seliger als nehmen".

 

Leider beherzigen dies viele Menschen nicht - auch längst nicht alle Christen. Dabei hat uns Jesus doch dieses Gebot gegeben als Hauptgebot: Liebe Deinen Herrn und Gott .....

 

ein zweites aber ist diesem gleich,

 

liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.

 

....und ...Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

 

Wieviel glücklicher die Menschen sein könnten, wenn sie öfter etwas an Ärmere abgeben - teilen würden. (Wie es uns von Heiligen vorgelebt wurde, z.B. Hl. Elisabeth von Thüringen, Hl. Martin usw.)

 

Manche Menschen haben soviel auf Ihrem Bankkonto, daß sie es nicht einmal spüren würden, wenn sie ein paar hundert oder tausend Mark weniger hätten. Sie könnten noch genauso in Urlaub fahren, sich so viel gönnen wie vorher, sie haben evtl. sogar ein Haus das bezahlt ist und schon erwachsene Kinder, die selbst schon gute Berufe mit gutem Einkommen und ein gutes Bankkonto haben, also ohne ihre materielle Hilfe gut leben können. Auf der anderen Seite ist da vielleicht ein Mensch in ihrer Nähe, der unverhofft und unverschuldet in Not geraten ist, eventuell dadurch sogar Selbstmordgedanken hat und dem vielleicht mit einer kleinen Summe schon aus einer Notsituation geholfen werden kann - der dadurch von seinen Selbstmordabsichten abgehalten würde. Ist ein Menschenleben nicht mehr wert als ein paar hundert oder tausend Mark mehr auf dem Konto. Sollten wir darüber nicht mal genauer nachdenken? Wieviel Hilfe wäre auch durch Meßstipendien, pro Hl. Messe ca. 10,- bis 20,- DM möglich, womit einem Priester im Ausland, der auf diese Unterstützung angewiesen ist, geholfen wird. Wir könnten für Freunde, Bekannte und Fremde, die in Not sind eine oder mehrere Hl. Messen lesen lassen (und viele Ihrer Probleme würden sehr bald verschwinden.) und für Angehörige und auch fremden Armen Seelen im Fegefeuer. Großer Segen und Gnaden kämen auf uns herab, durch Besuch und aufopfern von Hl. Messen an Werktagen z.B. für sterbende Todsünder, um sie vor der Hölle zu retten. Wieviel Leid im Fegefeuer könnten wir uns dadurch sparen. Besser kann man kein Geld auf dem Konto anlegen. Wir werden einst nicht nur danach gerichtet, was wir (an Sünden) getan haben - sondern auch danach, was wir (an Gutem) nicht getan haben. Jedoch beim Thema Geben, hört für viele Gläubige das Christsein auf. Dabei können wir durch Geben letztendlich nur gewinnen. Zwar sollen wir selbstlos und ohne Berechnung geben - es sollte schon ein Opfer sein! Oftmals bekommen wir, allerdings nicht immer sofort erkennbar, das Geld wieder zurück. Z.B. kann eine Autoreparatur weniger kosten als erwartet oder wir haben Einsparungen anderer Art, als dies ohne unsere großzügige Spende der Fall wäre, bzw. wir bekommen plötzlich selbst etwas geschenkt. Alles Gute erhalten wir irgendwann vielfach wieder zurück - spätestens im Jenseits - oft schon hier auf Erden, in Form von Glück und Freude oder sogar in materieller Form. Meine Oma, die in ihrem Leben sehr viel verschenkte und Gutes tat, erzählte mir, daß sie dafür später während der Vertreibung aus dem Sudetenland immer wieder Menschen getroffen hat, die ihr halfen. Vor fast 20 Jahren habe ich einmal aus Gesundheitsgründen verreisen müssen. Da sich wieder einmal mein Gewicht verändert hatte, fand ich kein passendes Sommerkleid mehr im Schrank. Wir hatten ein Haus gebaut und viel abzuzahlen, so blieb wenig Geld für Kleidung übrig. Irgendwie hatte ich 100,- DM gespart, die ich nun für ein neues Kleid ausgeben wollte. Nun rief mein Onkel an, der durch verschiedene Umstände nicht in der Lage war, ein einigermaßen normales Leben zu führen und oft in Geldnot geriet. Er war in einer schlimmen Lage und bat um Geld. Ich hatte außer diesen 100,-DM nichts und schickte ihm also dieses Geld. Es fiel mir nicht ganz leicht, aber ich dachte, ein paar passende Röcke und Blusen habe ich schließlich noch. Dennoch war es ein Opfer für mich, hatte ich mich doch schon lange auf ein neues Kleid gefreut.

 

Ich verreiste nun mit meinen Eltern und meiner Tante. Auf dieser Fahrt schenkte mir unerwartet meine Mutter 100,- DM mit der Bemerkung, ich solle mir etwas zum Anziehen kaufen und meine Tante schenkte mir ebenfalls 100,-DM und ich konnte mir auf einmal sogar statt einem Kleid, zwei Kleider kaufen.

 

Einmal sagte ich zu einem Lehrer der sehr sparsam ist, daß er doch bei seinem Einkommen eine Patenschaft für die 3. Welt übernehmen könnte. Außerdem spekulierte er oft an der Börse. Ich erzählte ihm, daß ich überzeugt bin, daß er bestimmt nicht ärmer wird, wenn er z. B. immer 10% von den Gewinnen für die 3. Welt spenden würde. Ich dachte jedoch, er würde es sowieso nicht tun. Etwa 1 Jahr später traf ich diesen Lehrer wieder und er berichtet mir, daß er nun viel mehr Gewinne als früher hätte, seit er 10% von den Gewinnen spendete.

 

Viele sagen: wer weiß, ob unsere Spende auch ankommt. Bei Gott kommt Ihre gute Tat auf jeden Fall an und wenn Sie das Geld oder die Organisation segnen, dann wird es sicher ankommen. Würden alle Menschen denken, mein Geld kommt sowieso nicht an, gäbe es überhaupt keine Spenden und Hilfe mehr für die Ärmsten. Man kann schon für 30,- oder 50,- DM im Monat einem Kind in der 3. Welt das Überleben, Schulbildung, Ernährung usw. sichern oder für 50,-DM einem blinden Afrikaner durch eine Operation das Augenlicht wiedergeben, sowie für 5,- bis 10,- DM ein Kind durch Vitamingaben vor Blindheit retten. Ich muß oft daran denken, daß eine Seherin gezeigt bekam, wie ein Mann der gestorben war und eigentlich für sein schlechtes Leben die Hölle verdient hätte nur davor bewahrt blieb, weil er nie an einem Bettler vorbei ging, ohne ihm etwas zu geben.

 

Denken wir auch an das Beispiel vom armen Lazarus aus der Bibel. Die Bibel (das Wort Gottes) weist uns immer wieder darauf hin zu geben. Sicher, wir können anderen auch von unserer Zeit geben und durch Rat und Tat oder durch Zuhören helfen. Wieviele Menschen könnten noch leben, hätten sie irgend jemand in der Nachbarschaft oder im Freundes- und Bekanntenkreis gefunden, der Ihnen zugehört hätte und dem sie sich hätten anvertrauen können.

 

Das sollte besonders uns Christen zu denken geben, sollten wir doch als Christen soviel Nächstenliebe ausstrahlen, daß andere in Not den Mut fassen, sich an uns zu wenden. Wir können und sollten auch Hilfe spenden durch Segnen und Gebet - denn Gebet, besonders der Rosenkranz, löst viele Probleme und ist eine der größten Hilfen. Praktische Hilfe sollte jedoch nicht ausbleiben. Werden wir Christen doch an der Nächstenliebe erkennbar sein. Besonders die Christen untereinander sollten sich viel mehr Hilfe und Liebe entgegenbringen. Es dürfte niemanden mehr geben, der sich mit einem Problem von seinen Mitbrüdern alleine gelassen fühlt und dringend praktische Hilfe benötigt. Wie war es doch bei den ersten Christen?

 

Die Beschreibung der ersten Christen sollte heute noch Gültigkeit haben:

 

" Seht wie sie einander lieben!"

 

 


(c)Pilgerreisen Peter Koros


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